Mittwoch, 5. Februar 2025

Uh Philippe, der legt meine Nachthemd zusammen

Die Nacht war etwas wackliger.

Weil ich das gerade sehe. Hier laufen Ghostbusters rum. Also Crewmitglieder die auf ihrem Rücken einen Staubsauger geschnallt haben und damit alles sauber halten. sowas brauch ich für zu hause auch. :D

Im übrigen komme ich kaum zum schreiben, weil ich ja niemandem sagen kann "ich muss jetzt noch meinen Blog schreiben" ich glaube das käme nicht so gut. :D

So nun aber zum Ausflug nach Rotterdam. 10:30 bin ich pünktlich am verabredeten Treffpunkt, als erster. Christin kommt von einer Seite aus der ich sie gar nicht erwartet hatte. Ich glaub Sie hat sich wieder verlaufen. Kati und Tina sind auch schon da und zuletzt kommt Andreas. Da ich vor 2 Jahren schon mal hier war, weiß ich wo es lange geht. Runter vom Schiff, ab in die Kälte von Rotterdam und auf ins Shoppingcenter. 









Nach 20 Minuten Fußmarsch und der einen oder anderen Abkürzung zu der Andreas meinte "hier geht aber niemand anderes lang, bist du dir sicher das es hier lang geht? 2 Tage macht der auf heilig und nun verschleppt er uns in dunkle Gassen ;)" Aber Dank meiner Abkürzungen kommen wir zügig an der Markhalle an. 




Ein paar Souvenirs, die ein oder andere Verkostung. Dann gehts weiter zu den "Würfelhäusern"



Und dann weiter ins Shoppingcenter. 




Das wäre wieder was für Melanie, Louis Vuitton, Balenciaga, Gucci, Saint Laurent, ... Irgendwie scheint das hier die Luxusabteilung zu sein. 

Hier gibt es auch einen Kosmetik stand an dem man sich schminken lassen kann. Ist fast wie in Amerika in den großen Shoppingmalls. Auch die Klamottenabteilung besteht eher aus Designerstücken als aus handelsüblichen Marken. Hier kosten die Glasuntersetzer ab 150€ und es gibt lustige Vasen, Kati und ich machen und über die ein oder andere, die aussieht wie ein Sexspielzeug, etwas lustig ;) Dann gibts noch eine riesige Hängematte, die muss ich gleich mal austesten, um dann festzustellen, dass man nur umständlich und mit viel Gelächter wieder rauskommt. Chef Andreas ist das alles schon zu viel, Männer sind hat nicht zum einkaufen geboren, außer ich ;D. 
Auf dem Rückweg noch ein paar Schnappschüsse von Rotterdam. 




Zurück an Board gehen wir dann erstmal Mittagessen, das ist irgendwo auf Deck 14. Ich erinnere mich auch das wir uns verabredet hatten und uns am letzten Fahrstuhl treffen wollten. Da stand ich dann auch aber auf Deck 6, weil wir dort an Board gekommen sind und ich der Meinung war das wir und dort verabredet hatten. Nach ein paar Minuten kam aber niemand und ich stand allein da. Also auf zu Deck 14 wo natürlich alle schon auf mich warteten. Und nun machte Christin einen schlauen Schachzug. Ihr erinnert euch an Birgit und wie sie an meine Nummer kam? So ähnlich lief das nun ab. Christin "lass uns mal Nummern tauschen, dann passiert das mit dem verlaufen und warten nicht mehr" :) So kommen Frauen an meine Nummer, Männer schaffen das nie :D Das Buffetrestaurant ist auf dem Halbendeck verteilt. Man kann einmal ringsum laufen und sich den gesamten Teller vollhauen. Andreas ist ja nun schon älter, 57 wenn ich das richtig mitbekommen habe, und er würde nun gern auch mal ein Mittagsschlaf machen. Er schaut in die Runde seine Mädels an und wartet auf ihr OK. Christin: "ja mach, David ist ja noch bei uns ;)" Genau, und der geht mit den Mädels noch nen Glühwein/Hot Chocolade trinken. Und weil der Stand auf dem Sonnendeck ist und der Kellner daher die Bezahlgetränke per Quittung aufschreiben muss und ich meine Schoki mit Baileys haben möchte und er mit dem aufschreiben das umständlich findet, bekomm ich meine Baileysschoki gratis ;)


So nun gehts noch in die Saxbar, das Pärchen und gegenüber kommt aus Deutschland und wartet nun schon 30 Minuten auf ihre Bestellung. Um zu bestellen wendet man sich entweder an einen Kellner, der dann die Zimmerkarte mitnimmt, weil man ja damit bezahlt, oder man geht selber zur Bar. Christin und ich entscheiden nicht so lange zu warten und gehen gleich zu Bar. Folgendes haben wir bestellt, einen Mochito Zero für mich, Eistee und Wasser für Christin, einen Cocktail mit Gingerale für Tina und eine Radler für Kati. Nach 7 Minuten kommt der Kellner und bringt uns:

1 Mochito zero
1 Mochito mit Alk
1 Cocktail mit Tonic

Das Wasser und das Radler als auch der Eistee sind verschollen und weil der Cocktail mit Tonic und nicht Gingerale war, bekommt Tina einen Champagner als Entschuldigung. 

24 Minuten später kommt dann noch ein Strawberry Daiquiri. Geht alles aufs Haus, angeblich hat der Barkeeper das vermasselt. :D

Kurz vor 19:00 verabreden wir uns dann zum Auslaufen auf dem Sonnendeck und genießen da nochmal die Aussicht auf Rotterdam. 












Eigentlich sollte beim Ablegen Musik gespielt werden und das Signalhorn ertönen. Aber entweder ist es defekt, oder aber es ist nicht mehr erlaubt. Vor zwei Jahren war das noch möglich. Jedenfalls warten wir nun und nix passiert. Plötzlich ertönt vom Ufer eine leise Hupe. Ich: "Christin, das wars, darauf haben wir jetzt 30 Minuten gewartet. Und hats deine Erwartungen übertroffen? :D" Christin: "absolut, ich bin so glücklich :D" 

Das Motto des heutigen Abends ist "weiss". Weil ich das irgendwie ahnte, dass auf so einem Schiff eine sogenannte Whiteparty stattfinden könnte, hatte ich extra ein weißes Hemd und weiße Hose eingepackt. 


Darauf waren Andreas und seine Mädels allerdings nicht vorbereitet. Kati wollte als Statement ganz in schwarz kommen ;) Am ende hatten alle irgendein Teil in weiß an, nur ich in ganz weiß :) Christin meinte: "hast du alles in weiß an?" Kati: "also ich fast, weißes Shirt, weißen BH und " bevor sie weiter reden konnte sagte ich "schwarzen Schlüppi" Kati: "Was nein woher willst du wissen was für nen Schlüppi ich an hab ;D" ich: "nein ich meinte meinen" Und Andreas war wieder peinlich berührt. :D




Auf zur Bar. Die ist heute besetzt so dass wir im Atrium platz nehmen müssen. Was heute etwas auffällig ist sind die ganzen Offiziere die zwei Decks über uns ins Atrium schauen. Und dann kommt noch der Geruch von Diesel dazu. Kati ist schon ganz nervös, auch deswegen, weil heute tatsächlich mal Seegang ist, aber nicht viel. Ich erkläre dann kurzerhand: "die schauen nur wen sie alles absaufen lassen, wenn das Schiff nachher kentert, da schau jetzt gehen sie weil sie der Meinung sind die auf den unteren Decks sind eh nicht mehr zu retten. :D" Tina kommt gerade dazu und meint unsere Couch in der Bar ist leer. Christin und ich stürmen hin, allerdings nimmt Christin einen anderen Weg und als wir kurz vorm Ziel sind rennen wir noch um die wette und schmeißen uns auf die Couch. Spätestens jetzt sind wir Gesprächsthema ;) 


Ich berichte von Samuel, dem ich Trinkgeld gegeben habe und der sich nun um alles in meiner Kabine kümmert. Meine Ausschiffungsansprüche, mein Bett wird zweimal am Tag gemacht und Abends werden dann die Vorhänge zugezogen. Christin meint "ja und mein Philippe macht das auch alles und er legt auch meine Sachen zusammen." Ich: "alle?" Christin: "ja auch mein Nachthemd, allerdings bin ich mir gerade nicht so sicher ob er Philippe heißt. David ich ruf dich nachher an und geb dir bescheid wenn er nicht so heißt." Kati witzelt dann was das für ein Telefonat wird: mit leider Stimme haucht sie: "david hier ist christin, icke kann nisch so laut, ja der philippe is hier, der liegt im bett, mit meinem nachthemd, wat soll icke jetzt machen,?" :D
Und wieder sind wir die lautesten. Heute ist aber mal eher für mich schluss. Morgen gehen die 4 nach Brügge und ich kann endlich mal meinen Blog schreiben. :D

Gute Nacht. 

Gala Dinner

Nachdem ich erst morgens ins Bett komme, die Mädels sitzen mit mir immer bis zum Schluss in der Bar, muss ich heute mal ausschlafen. Zum Mittag hab ich mir das Butcher's Cut gebucht, da gibt lecker Fleisch ;)

Die Nacht war recht ruhig und wir hatten nur wenig Seegang, man merkt tatsächlich kaum was und da ich in der Mitte des Schiffes bin, ist in meiner Kabine eh alles ruhig. Bevor ich jedoch zum Essen aufbreche, erkunde ich noch das Schiff. Heute früh war etwas Nebel, als ich der erst mal aus dem Bett gekrochen bin, der hat sich nun aufgelöst und die Sonne scheint. 



Hatte ich schon vom Pool Deck erzählt? Es gibt ja einen großen Außenpool und an jeder Ecke davon einen Whirlpool, wie ich gestern schon schrieb waren die gut gefüllt. Mit dicken Engländern, sah bissl aus wie wenn man nen blasses Suppenhuhn in kochendes Wasser legt. der rausragende Teil des Oberkörpers war mit Gänsehaut bedeckt und untenrum kochte das Wasser den blassen Körper. Irgendwie war das nicht appetitlich. Heute hatte ich dann beim Rundgang auf dem obersten Deck einen sehr versteckten Whirlpool entdeckt. den werd ich wohl nutzen. Allerdings muss man da auch erstmal hinkommen, einmal quer übers Schiff und das bei der Kälte. Das Schiff ist ganz schön verwinkelt. Also wenn man nicht den Beschilderungen folgt, kann man sich recht einfach verlaufen. 

12:00 mach ich mich auf den Weg zum Mittag, natürlich nicht in Jenas und T-Shirt, dafür hab ich zu viel Klamotten eingepackt. ;) Man betritt das Butcher's Cut und wird erstmal freundlich begrüßt. Das Restaurant ist komplett leer, was in Anbetracht dass hier 3.502 Passagier auf dem Schiff sind etwas verwunderlich ist. Aber die Engländer, Franzosen, Niederländer, und offenbar auch Spanier, die Deutschen auch nicht zu vergessen, essen sich wohl am Buffet satt. Das ist im Preis inbegriffen und sorgt mit Pizza, vegetarischen Speisen und Salaten, Burgern, Fleisch und Desserts, für wohlgeformte Körper. Die dann im Pool präsentiert werden. Schaut her ich habe das Buffet zweimal leer gegessen. die machen selbst Jack Norris Konkurrenz. 

OK zurück zu meinem Essen. Ich werde platziert und die Serviette über den Schoß gelegt und dann kommt schon die Karte. Lustig ist, dass man im Hauptrestaurant als wie auch in allen Bars die Karte immer über einen QR-Code selbst scannen muss. Aber hier im Restaurant zahlt man ja schließlich extra, da legt MSC auch Wert auf Etikette und Dekadenz ;) Ich entscheide mich für ein Drei-Gänge-Menü und ein Glas Rotwein. 

Als Starter gibt es eine Ziegenkäsetart mit Blaubeeren. Vorher gab es noch eine Auswahl an Brot und dazu selbstgemachte Butter. 



Als Hauptgericht entscheide ich mich für ein Filet Mignon, dass so unglaublich zart war. Stellt Euch vor wie das Messer fast wie durch Butter schneidet und ihr dann ein kleines Stück diese köstlichen Stück Fleisches in Euren Mund steckt. Ein Geschmacksexplosion aus Butter, Röstaromen und Bratensaft, jeder Bissen köstlicher als der vorherige. So köstlich man wünscht sich auf ewig zu kauen. Dazu gibt es 4 Soßen und geräuchertes Kartoffelmus, das ebenfalls so köstlich rauchig und buttrig ist. 


Jeder Bissen muss wohl überlegt sein, nicht zu viel, damit diese Köstlichkeit lange erhalten bleibt. Und dann kommt das Dessert. American Cheesecake, der ist so heftig, der sättigt schon nur vom hinsehen. Dieser Kuchen ist so cremig, als ob man in einen Seidenklos beißt, nur das er süß ist und auf der Zunge schmilzt. 

Keine Ahnung warum, aber das Essen macht mich unfassbar müde. Da man ja nach dem Essen ruhen soll werd ich das auch gleich tun. Zurück auf Kabine ist diese schon wieder geputzt, das Bett gemacht und Mister T lungert auf diesem rum. Und dann schlummere auch in unter dem dem Stampfen der Maschinen, dem leichten Bewegungen des Schiffes ein. Bevor es heute aber zum Dinner geht, will ich mir noch all die Shops ansehen die es hier so gibt. Am Seetag ist natürlich alles auf den Beinen was geht und entsprechend sind die Geschäfte voll. Melanie würde hier voll auf ihre kosten kommen, es gibt nämlich einen riesigen Shop nur mit Taschen. der Swarovski Shop ist recht leer, dafür quillt der Parfümladen vor Menschen über. Es gibt wohl gerade 20% Rabatt. wie die Löwen um ein Kadaver sind die hier. Das die sich nicht noch Prügeln wundert mich. Also ob das so günstig ist. Nicht wirklich, ich seh mir die Preise an und stelle fest, alter Falter, hier gehts ab 3-stellig los. und trotzdem kaufen die hier als gäbs kein morgen. Und was soll ich sagen, im Kosmetikshop das gleiche Bild. Der ist so voll, das man denken könnte alle Passagiere sind da drin. Ich flüchte. Gestern Abend saßen ja uns die Älteren Damen gegenüber und jede von Ihnen hatte so ein Glitzer-Schlüsselanhänger. Die gibts im Logo-Shop und die Mädels und ich hatten uns geeinigt "die kaufen wir uns auch, die sind voll cool und wir sind cool" Also gleich noch in den Laden und so ein Teil besorgt. Das passt auch hervorragend zu meinem Galaoutfit heute. Ich im schwarzen Anzug mit Fliege und diesem schwarzen Glitzer-Schlüsselanhänger. Einfach eleganter Styl. 

So einen Urlaub kann man auch mit etwas Schönheitspflege verbinden. Und so hatte ich diverse Antifaltenserums, Koffeincremes, und Augenpatches mitgenommen. Die kommen nun alle zum Einsatz. Mädels, eine Frage, bringt das echt was? Ich fühle mich ein wenig überfordert. Aber ich sehe gut aus. In meinem schwarzen Anzug, mit weißem Hemd, Manschettenknöpfen und Fliege ;)

Kurz bevor ist die Kabine verlassen möchte, klopft es. Samuel steht davor und überreicht mir mit großen Augen und einem "oh wow very elegant" den Voucher für den Shuttlebus in Rotterdam. Im Restaurant angekommen sitzen Andreas und die Mädels schon, alle natürlich sehr elegant gekleidet. Und auch das Essen ist heute nochmal ein Tick besser als gestern. 




Für die Mädels ist es die erste Kreuzfahrt und Tina hat bissl schiss, da das Schiff immer mal schwankt und diverse Geräusche von sich gibt, das führt dazu, dass sie immer mal kurz inne hält und etwas ängstlich schaut. Christin meint dann immer "du wirst schon rauskommen bevor wir sinken, es gibt genug Rettungsboote ;)" und ich erkläre dann noch "und wenn du kein Rettungsboot bekommst, dann gibts noch Rettungsinseln, da muss man aber erst durch einen Schlauch rutschen" das erzeugt nun einen ängstlichen Blick wie von einem Hasen vor einer Schlange ;) Leicht hypnotisiert und starr vor Angst :D Und dann gibt es einen Ohrenbetäubenden Lärm. Kati schaut auf, die Angst im Gesicht. Allerdings waren es nur die Kellner, die lautstark, trommelnd und singend durchs Restaurant laufen und einen Geburtstagskuchen vor sich hertragen. Offenbar hat einer der Passagiere Geburtstag und die Crew scheint das in ausgelassener Form zu feiern. Das ist natürlich unglaublich Fremdschämend für das Geburtstagskind. Trommeln und singend stehen die dann um dich rum und gratulieren. In diesem Moment schaue ich Christin an und sie setzt ein verschmitztes Lächeln auf. "oh nein vergiss es, denk nicht mal dran" ihr grinsen wird noch breiter, darauf hin ich "wenn du das machst hast du dann Freitag Geburtstag mit Pauken und Trompeten, außerdem ist das für euch ja genauso peinlich dann ;)" Sie gelobt nichts zu unternehmen. Ich bete das das so bleibt. :D

Nach dem Dinner ist vor der Bar und Andreas reserviert und schon mal eine ganze Couch im Atrium. Aber nicht bevor er sich nochmal auf dem Schiff mit Christin verlaufen hat. Um vom Restaurant auf Deck 6 ins Atrium auf Deck 5 zu kommen muss man nämlich über Deck 7 gehen. Die beiden fahren aber erstmal mit dem Fahrstuhl auf Deck 5 merken dann, dass sie falsch sind und laufen dann wieder ein Deck höher wo sie wieder auf uns treffen und wir sie völlig verdutzt fragen wo sie denn Herkommen?! "Wir wollten... und dann waren wir im Fahrstuhl... dann merkten wir wir sind falsch und kamen wieder hoch... ist nicht das erste mal das wir uns hier verlaufen :DD"  Heutiges Thema, Wimpernzange, Lockenstab und wir schlafen mit angezogener Rettungsweste. Tina hat nämlich eine Wimpernzange gekauft und weiß nicht wo recht wie man die benutzt. Kati meint "ich brauch sowas nicht, ich hab von Haus aus geile Wimpern" Christins Lockenstab ist defekt, schaut mich an und meint "hast du nicht einen ;D" ich: "ja schon nur ob der so heiß wird ;)" Andreas schlägt die Hände vor die Augen und schüttelt den Kopf, Christin, Tina und Kati brechen vor Lachen und Tränen aus. 

Erinnert Ihr auch noch an die Tochter mit Mutter von letzter Nacht, die mit dem lila Dutt? Auch heute Abend wieder unterwegs, nur das der Dutt von Frau Mama heute die Seite gewechselt hat und das Fräulein Tochter heute ein Sommerkleidchen anhat, das schon wieder zu eng und viel viel zu kurz ist. Warum tragen Engländer immer so farbenfrohe viel zu enge Sachen. Sie schaut aus wie ein Schmetterling der sich aus der Verpuppung schält. 

Dann kommt noch der Crewfotograf und möchte von uns vieren ein Bild machen. Wir sind uns zwar einig das wir das nicht wollen, aber der Fotograf lässt nicht locker, so das wir dann alle in einem Gruppenbild enden. Kann man kaufen, muss man aber nicht. Während einige Passagier sehr elegant daherkommen laufen andere in Jogginghose hier rum. eine Mischung aus 1. Klasse und 3. Klasse :D Kati meint "das machen wir morgen auch, in Jogginghose zum Dinner ;)" 

Apropos Fotograf. Wir sitzen ja nun fast direkt neben einer der 4 Swarovski-Treppen die das Atrium säumen. Auf der untersten gibt es immer wieder Fotoshootings mit Passagieren und natürlich auch heute Abend in Galauniform. Und wie sie sich auf der Treppe verrenken und Posen. Kati: "ih guckt mal jetzt kutschen die auch noch" und dann macht sie die Synchronstimme "oh ja baby komm küss mich, oh ja steck mir die Zunge rein. hmm lecker. und jetzt nochmal anders rum" und das alles während der Fotograf fleißig auf den Auslöser drückt. :D "gleich lecken sie sich noch ab für Instagram" 

Irgendwie ist es schon wieder nach 0:00 und ich mach mich endlich ins Bett. Wir wollen morgen alle um 10:30 nach Rotterdam reinlaufen und bissl shoppen. 

Gute Nacht. 

Ein Foto auf der Swarovski-Treppe sei mir auch gegönnt. :D

Dienstag, 4. Februar 2025

Gehts hier nicht durch?

Guten Morgen, der Bahnhof ist kalt, ein paar Reisende wuseln durch die hell erleuchteten Hallen. Mein Zug steht noch nicht auf der Anzeigetafel, aber die APP meint ich muss auf Gleis 10. Kurz vor 8:00 fährt der ICE ein und wie das bei Deutschen so ist, stürmen alle zu den Türen. Als ob ein Magnet alle anzieht, als ob man den Zug verpassen würde wenn man nicht JETZT einsteigt. An der Anzeigetafel steht auch in welchem Bereich man seinen Wagen findet. Was natürlich für Ignoranten zum Verhängnis werden kann. 


Auch ich begebe mich an meinen Sitzplatz für die nächsten 3h. Nicht weil ich Angst habe den Zug zu verpassen. vielmehr um aus der Kälte zu kommen. Ganz vorn an der Spitze des Zuges, nur der Zugführer sitzt noch weiter vorn. Und dann passiert das was irgendwie in diesem Abteil immer passiert. Eine Dame kommt ins Abteil und läuft geradewegs zur Tür des Zugführers. Die versucht diese zu öffnen, sie zieht, sie drückt, versucht zu schieben, bekommt aber die Tür nicht auf. Ich schaue sie völlig verdutzt an und denke mir so, "na Mädel, so blöd kann man doch gar nicht sein". "Hier kommt man wohl nicht durch?" sagt sie mich fragend ansehend. "Nein, da sitzt der Zugführer." antworte ich. "Ach wirklich? Ich suche die 28." Ich vergewissere mich dass sie nicht den Platz sondern den Wagen 28 sucht und antworte etwas verdutzt "Der befindet sich in dieser Richtung" deute hinter mich und für ein "GANZ am Ende" hinzu. Dann schaue ich auf die Anzeige draußen auf dem Bahnsteig, welche die Reihung der Wagen anzeigt. 1. Klasse fahren, aber nicht wissen wo der Wagen ist. 

Pünktlich wie die Bahn ist, zumindest wenn ich mit ihr fahre, rauschen wir gen Hamburg. 

Pünktlich mit einer Verspätung, wie zu erwarten bei der DB, Ankunft in Hamburg. Zum Glück weiß ich wo ich hin muss. Am Seitenausgang des Bahnhofes gibt es einen kleinen MSC Stand an dem man sein Ticket für den Busshuttle kaufen kann. Nach wie vor werden dafür 10€ aufgerufen. Der arme Kerl am Stand zittert voll, in Hamburg ist es kalt und der steht da sicher schon ein paar Stunden. Mit der Quittung mache ich mich dann auf zum ZOB wo auch schon der Bus wartet. Zum Glück isses da drin warm. Und nur 20 Minuten später stehe ich vor der MSC Preziosa. Vor dem Terminal kann man ganz einfach sein Gepäck aufgeben. Was ich allerdings erst sehr spät am Abend erfahren soll, ist die Gewichtsobergrenze. Es gibt nämlich eine. Aber wie gesagt dazu von meinen 3 Mädels später mehr. 😊

Das Terminal ist absolut leer, so dass ich sofort dran bin. Der freundliche Herr möchte von mir nur den Reisepass und die Bordkarte. Die gab es schon online nachdem man am online Checkin teilgenommen hat. Somit läuft alles super schnell und nur wenige Minuten später bin ich an Bord.

Die Preziosa ist anders als die Virtuosa mit der ich vor 2 Jahren diese Route gefahren bin. Es gibt ein gewaltiges Atrium mit Swarovski-Treppen, mit Livemusik und ringsum kleine Bars. Auf zwei Etagen sind Einkaufsläden, Spezialrestaurants, Rezeption und Ausflugsschalter verteilt. Es gibt keinen riesigen LED- Himmel. Aber das Atrium, welches über min. 6 Stockwerke geht, ist atemberaubend. Ich nehme erstmal in der Mitte dieses gewaltigen Atriums platz und bestelle meinen ersten Cocktail. Alkoholfrei. 


Immerhin habe ich mir ja extra ein Getränkepaket mit gebucht. Das muss auch abgetrunken werden. Gegen 13:00 begebe ich mich auf die Suche nach meiner Kabine. Balkon, eine Nische allein fürs große Bett. Ich find das toll. Sogar der Ausblick ist super, direkt aufs Meer und sollte das Schiff untergehen, kann ich direkt von meinem Balkon aus auf ein Rettungsboot springen. Das ist nur 2m unter mir 😉 sicherer geht’s gar nicht. 





Wenige Minuten später höre ich ein rumpeln vor der Tür, mein Koffer ist angekommen. Das geht hier alles so schnell. Der wird gleich mal ausgepackt und damit alle Schränke gefüllt. Tatsächlich bleibt kein Bügel im Schrank leer, für jede Eventualität ist vorgesorgt, ich kann mich mehrmals am Tag umziehen. 😉 Man will ja nicht immer gleich aussehen. Wie kommt man nun zum Abendessen, in die Bars, zum shoppen? Auf geht’s zu einer kleinen Erkundungstour. Zum Abendessen zu kommen ist etwas kompliziert, man kann nicht gleich auf Deck 6 auf dem sich mein Restaurant befindet, erst auf Deck 7, dann nach hinten im Schiff und dann kommt man auf Deck 6. Die Shops sind direkt ein Deck unter mir, da gibt es Parfüm, Taschen, bling bling Klunkerkram, Schokolade, Uhren, Klamotten… ist wie eine kleine Einkaufsmall. Da ich zum Voyager Club der MSC gehöre, bekomme ich überall nochmal 10% Rabatt. Je öfters man mit MSC fährt, desto höher die Clubstufe, desto mehr Rabatte 😉 Also werden wohl noch ein paar Kreuzfahrten mit, wie es ein Freund formuliert, dem Containerschiff, anstehen. Warum Containerschiff? Weil MSC im Ursprung Container transportierte und dies immer noch tut. Die Kreuzfahrtschiffe kamen viel später dazu. Aber ehrlich, AIDA mag zwar familiärer sein, aber ich finde MSC hat da mehr zu bieten. Aber jeder wie er es mag. Ich hab beides probiert und kann daher auch beides einschätzen.

An Deck ist nicht viel los. Hier in Hamburg sind nur 5 Grad und es ist wolkig. Aber tatsächlich trauen sich einige in die an Deck befindlichen Whirlpools die 37 Grad haben. Aber erstmal dahin kommen, durch die Kälte und dann wieder zurück. Gegen 16:45 gibt es dann die obligatorische Sicherheitsübung. 





Nicht wie bei AIDA, mit Weste zur Sammelstation, sondern es gibt ein Video was man sich ansieht, dann über das Kabinentelefon bestätigt das man es gesehen hat und dann mit der Bordkarte zur Sammelstation, denn diese muss dort abgescannt werden. Macht man das nicht, ist sie gesperrt und man kann diese nicht zum bezahlen einsetzen 😉 Außerdem wird man ausgerufen und das scheinen ein paar hier zu vergessen 😉

Samuel, mein Kabinenstuard, hatte mich kurz zuvor aufgesucht und wollte wissen ob alles ok ist und ich solle nicht vergessen nach dem Video die 881 zu wählen, zur Bestätigung. Vor dem Abendessen mach ich noch ein kleines Schläfchen es gibt erst um 20:15 essen. Ich bin ja gespannt wer an meinem Tisch sitzt.

Stau im Treppenhaus. Irgendwie wollen alle gleichzeitig zum Essen, das war auf der Virtuosa nicht ganz so. Ich kenne das nur von der AIDA, da sammelte sich auch alles in Schlangen vor dem Restaurant. Aber es dauert nicht lange und los geht’s. Tisch 957, irgendwie muss ich durchs ganze Restaurant und finde einen leeren 6-er Tisch vor. Wenige Sekunden nach mir eine junge Dame und Ihr weitaus älterer Begleiter. Sie setzen sich getrennt an meinen Tisch und man wartet wohl noch auf zwei weitere Damen. Wir begrüßen uns förmlich, was dann im laufe des Abends in Tina, Christin, Kati und Andreas endet. Vati, so wird Andreas nach den ersten 2 Gläsern Wein dann unter herzhaftem Lachen bezeichnet, hat einen großen Biergarten und die drei Damen sind seine Angestellten. Tina und Kati sind erst ca. 1 Jahr dabei und Christin schon über 20. Tina ganz in schwarz scheint die Spaßkanone zu sein, Christin ist zwar anfangs ernst, bringt uns dann aber zum heulen vor lachen und Kati, eine rassige Dame mit Lila Haaren scheint die Vernunft der zwei anderen zu sein 😊 eine super Mischung. Andreas hat seine drei Mädels auf diese Kreuzfahrt eingeladen. 😉 Irgendwie ist unser Tisch der lauteste im Restaurant und während mir Tina und Christin erklären wo der Biergarten ist und wer die Kreuzfahrt zahlt und dass sie den allerliebsten Chef haben wird der kurzerhand zu Vati degradiert. Was die Stimmung noch mehr anheizt. Dann geht’s zum das Abendessen der nächsten Tage um Kleiderordnung, um Ausflüge und die Damen sind sehr gesprächig.

Heute Abend gibt es Fisch und eine Pistazienschnitte. Dazu Wasser und Wein. Vati, wird dann zu bunt und er verschwindet nach dem Essen während ich mit den Mädels noch eine Bar suche, die Platz für uns vier hat. 


Dort wird sich dann erstmal über Mitreisende unterhalten. Uns gegenüber sitz nämlich eine Mädelsgruppe die schon sehr in die Jahre gekommen ist und zur Musik aus dem Atrium mitsingt. Jede meiner Mädels sucht sich dann eine der Damen aus und stellt sich vor diese zu sein. „Ich bin die mit den Glitzerstrümpfen“, „und ich die mit dem schwarzweißen Kleid, die gerade die Gardine in der hat, wenn die die jetzt noch aufsetzt“ Und tatsächlich, die ältere Dame hatte einen Schal der einer Gardine glich, faltet diesen und band ihn um den Kopf. „ich bin die in dem bunten Kleid, die gerade mit geschlossenen Augen mitsingt“ Die Damen in der Sitzgruppe hatten alle bei weitem das Rentenalter erreicht und genossen offenbar ihren Abend. Dann kam noch Mutter und Tochter. Die Tochter in einem grauen Glitzerkleid, was ein wenig zu eng war, ok viel zu eng, der i-Tüpfelchen war aber der Lila Dutt auf ihrem Kopf, der riss einfach alles raus. Und uns beinahe vom Stuhl. Die Mädels sprechen nicht viel Englisch und als unsere Rentnertruppe dann lustig farbene Cocktails bekam musste ich mit dem Kellner klären das wir auch solche gerne hätten. 

Die Tochter mit Mutter saß direkt neben uns und Christin meinte „die hat dich jetzt aber ganz lieb angeschaut“ daraufhin ich, „ähm falsches Ufer“ Kurze Stille. Kati hatte das nicht ganz mitbekommen und fragte nochmal nach 😉 Ich wollte diesmal gleich von vornherein für Klarheit sorgen. Nicht das die Mädels noch bei mir schlafen wollen. Tina und Kati schlafen in einer Kabine, während Christin in der Nachbarkabine von Andreas schläft. Und dann kommt nochmal das Kleiderthema auf, Kofferwagen kommen uns Gespräch und ich bin verblüfft das es eine Gewichtsgrenze gibt. 23 Kilo, WAHT? Also mein Koffer wiegt mit Sicherheit mehr :D Und dann kommt noch das Altersthema auf. Wie sich herausstellt bin ich der älteste, auch wenn man mich jünger geschätzt hätte. Christin meint „wenn Andreas das mitbekommt, wann ich auf Kabine komme, der schläft doch sicher noch nicht, wir haben eine Verbindungstür, der will doch dann wissen was wir hier so lange gemacht haben. Der denkt womöglich ich schlafe bei David. :D, nachher steht der dann im Zimmer und sagt: junges Fräulein, wo kommen wir denn jetzt her?“ Christin is Anfang/Mitte 30 😉 Dann kommt noch zu Sprache warum ich denn allein unterwegs bin, „Weil keiner meiner Leute mitkommen wollte und Spaß haben wollte“ 😉 OK und, und hier zögere ich ein wenig, „weil ich diese Woche Geburtstag habe und an meinem Geburtstag immer wegfahre“ Christin stellt nun ganz schlau die Frage „wo sind wir denn, wenn du dann Geburtstag hast?“ Tina „ah ganz schlau gefragt 😉“ nach kurzem zögern gestehe ich „in Le Havre“ Kati fragt: „sind wir eigentlich jeden Abend zum Dinner am gleichen Tisch?“ Ja sind wir, Christin „aber nur wenn David sich nicht einen anderen nimmt und das mir uns aushält“ ganz spontan fällt mir dazu nur eins ein „na besser hätt ich es doch nicht treffen können, drei reizende Mädels mit denen man lachen kann“.

So nun aber wirklich ab ins Bett, die Mädels müssen um 9:30 zum Frühstück mit Andreas. Und ich bin auch todmüde.

 

Gute Nacht.