Mittwoch, 19. November 2025
ich hab nen Kuchen für dich
Guten Morgen aus, keine Ahnung. Irgendwo vor Wien. Die Sonne scheint und die Landschaft Österreichs zieht an uns vorbei. Ich öffne meinen Balkon und lass die Sonne aufs Bett scheinen, glaubt mir, so möchte man jeden morgen aufwachen. Sonnenstrahlen wärmen mich, das leise Plätschern der Donau und die Landschaft, die vorbeizieht. Einfach unbeschreiblich, daher habe ich ein Foto für Euch gemacht.
Meine 4 Schwaben sitzen schon am Frühstückstisch. Monika zählt schon die Stunden bis Mitternacht und sagt „Schatz denk dran, du musst dich dann kümmern, und ihr singt dann alle für mich“ 😉 Die Frau weiß, was sie will. Für mein Omelett, was ich bestellen könnte, scheine ich etwas spät zu sein. Aber das Buffet ist auch ausreichend. Wie spät es ist? Naja, 8:45 Uhr 😉 Monika meinte wir wollen doch nicht so spät frühstücken. Die Gute hält einen auf Trab. Das find ich gut. So verpennt man nicht den ganzen Tag. Es ist übrigens die erste Flusskreuzfahrt für alle 4. Während Sabine jede Schiffsbewegung, eigentlich sind es nur Vibrationen bemerkt, ist es Monika doch etwas, nun ja, zu alt an Bord :D Wie hoch wohl der Altersdurchschnitt ist? 65+ schätzen wir UND ich bin nicht der jüngste an Bord. So eine Hand voll sind wohl jünger :D
Nach dem Frühstück geht es an Deck, Sonne und frische Luft tanken. Wir entdecken sogar einen Pool an Deck, der ist auch noch beheizt. Man könnte also… Monika meint „wenn wir da FKK machen, ob das jemanden stört?“ Ich „nachts sicher nicht, aber tagsüber 😊“ Wir kommen zur nächsten Schleuse. Das scheint immer so ein Highlight zu sein, denn viele Passagiere versammeln sich an Deck, um das unspektakuläre Spektakel zu bestaunen.
Um 11 Uhr sind die Nicko Cruise Club Mitglieder zum einem Exklusiven Empfang geladen. Natürlich hatte sich Monika vor der Reise schon angemeldet. Simone und Oliver leider erst an gestrigen Abend, so dass sie leider keine Einladung erhielten. So sind nun Monika, Bernd und ich zum Sekt und Canapé Empfang geladen. Der Kreuzfahrdirektor gibt sich die Ehre und begrüßt alle persönlich. Der Empfang findet in Nickos Grill statt. Das ist eines der Restaurants hier an Bord. 3 Stück gibt es. 2 im vorderen Bereich des Schiffes und eines, Nickos Grill, am Heck. Wir werden hier auch gleich zu Mittag essen. Und ich heute Abend, denn ich habe mir einen Tisch reserviert. Leider schon bevor ich die Schwaben, Bernd nennt unsere Truppe „betreutes Trinken“, kennen gelernt habe. Das wirklich kleine Restaurant hat nur 26 Plätze, wenn man hier zum Abend essen nicht vorreserviert, dann hat man verloren. Zum Glück hatte ich gleich am ersten Tag, kurz nach der Einschiffung eine Reservierung gemacht.
Unser Mittagessen kommt, man bestellt aus einem 3 Gänge Menu. Meine Schwaben haben saftige Burger mit Pommes, wobei die Pommes nirgends im Menu standen und Monika sich schon fragte, was es denn zu den Burgern geben würde „also ich erwarte da schon Pommes, das gehört dazu“. Ihr Wunsch wird erfüllt. Ich habe eine Vorsuppe, dann Nudeln in Pesto und zum Schluss gibt es noch Kaiserschmarren. Simone, die mir gegenübersitzt, überlässt mir ihre Pommes und Oliver auch „wenn du willst, iss ruhig, deine Nudeln waren ja doch sehr übersichtlich“ 😊
13:30 Uhr sind wir dann in Wien. Diesmal liegen wir viel Näher an der Innenstadt, gegenüber der Donauinsel. Von hier kann man in 10 Minuten zu Fuß zur U-Bahn kommen und dann in 4 Stationen direkt am Stephansplatz aussteigen. Ich bin schon vorbereitet und hatte mir die Wien Mobil APP geladen und kann darüber die Fahrkarten kaufen. Ist für mich einfacher und etwas umweltschonender ;D Ja ich weiß, der CO2 Abdruck bei so einer Flusskreuzfahrt ist immens, aber immerhin reise ich per Bahn an und ab und nutze wo es geht alles Mobil.
Auf dem Weg zur U-Bahn meint Sabine „wisse mir wo mir lang misse, wenn mir uns uff mein Oli verlasse, denn komme mir nie an“ Und dann kommt Monika, unsere Truppführerin „Wenn mir da lang gehe wo ICH lauf, denn komme mir auch an“ Meine Schwaben sind eher aus der ländlichen Gegend, aktuell stehen sie vor dem Ticketschalter der U-Bahn an dem sich schon vorher eine Schlange gebildet hatte und schauen, wie sie ein Ticket ziehen können. „Mir komme ja vom Lande, da gibsch des nit“. Ab in die U-Bahn, Monika bemerkt, dass die Bahn viel zu schnell fährt und dann viel zu stark abbremst. Ich lehne gelassen an der Tür und erfreu mich dem hin und her geschaukel der Passagiere. Am Stephansdom steigen wir aus und befinden uns mitten von Fußballfans aus Serbien. Heute scheint ein Spiel in Wien zu sein und sehr viele von ihnen sind hier in der Innenstadt auf dem Weihnachtsmarkt und feiern schon mal vor.
Ich möchte gern in den Dom. Monika wollte eigentlich nicht so, aber nachdem ich sagt, dass ich reingehen werde, meint sie „mir sinn oinma hier“ also betritt der Trupp den Dom.
Dann geht’s die Einkaufsstraße Richtung Oper, denn ich habe um 15:30 Uhr eine Besichtigungstour in der Oper. Die Jungs und Mädels verabschieden sich in das Sacher Café und ich in die Oper.
Hier findet immer einmal im Jahr der berühmte Wiener Opernball statt. Dazu bauen sie im Zuschauerraum die ganzen Stühle ab und stellen ein Stahlgerüst auf, auf dem sie dann den Tanzboden installieren. Dann kommen noch tausende von Blumen zur Dekoration, der Vorplatz vor der Oper wird dann ausschließlich für die An- und Abreise genutzt. Das Opernhaus wurde in 2. Weltkrieg zu 80% zerstört. Die Bühne aus auch der Zuschauerraum wurden von Bomben getroffen, so dass sie nach dem Krieg wieder aufgebaut werden mussten, lediglich der Eingangsbereich und alles zwischen ihm und dem Zuschauerraum ist noch original erhalten. Unter anderem Der Tee Salon, den kann man mieten 😉 20 Minuten 800€ Ohne Catering.
Gegen 16:30 Uhr ist die Führung vorbei und ich mache mich auf den Weg zum Rathausplatz, denn es ist schon fast dunkel und ich möchte gern den Weihnachtsmarkt sehen. Vorbei an der Hofburg, durch den Volksgarten bis zum Staats Theater.
Und dann stehe ich vor dem Wiener Christkindlmarkt. Im Hintergrund das atemberaubende Rathaus. Die Wege zwischen den Buden sind riesig, die Menschen drängeln nicht, alles ist so schön und leuchtet und dann die geschmückten Bäume. In einigen hängen leuchtende Herzen, andere sind mir Leuchtgirlanden behangen. Also entweder liegt das an der Uhrzeit 17:00 Uhr oder hier ist es viel entspannter als in Leipzig, da kommt man kaum durch, jeder drängelt, alles übervoll. Hier ganz anders, viel schöner 😉
Ich hab hier was für Mama gefunden 😉 und dann lauf ich an einem kleinen Stand mit Küchlein vorbei. Da schießt mir eine Idee in den Kopf. Wir werden heute Abend kaum einen Geburtstagskuchen organisiert bekommen, denn die Bar schließt um 0:00 Uhr, das mit dem Sekt wird schon schwierig. Also nehm ich kurzerhand einen kleinen Minigugelhupf für Monika in rosa und für Oliver in grün mit. Dann geht’s mit der U3 zum Stephansplatz und mit der U1 zum Schiff zurück. Kostet hier in Wien übrigens 2,40€ für 80 Minuten in eine Richtung. Da war Paris bissl besser 2h für 2,50€ in alle Richtungen.
Am Schiff angekommen, strahlen die Hochhäuser der Donauinsel als Skyline wie in, Bernd sagte es, Shanghai. Als ich am Schiff vorbeilaufe, sehe ich meine Schwaben in der Bar direkt am Fenster sitzen, Monika ist die erste die mich erkennt und winkt. Ist schon wie ein bisschen nach Hause kommen. 😉
Noch ein kleiner Abstecher in die Bar, kurz quatschen wie es in der Oper war und wie im Café, dann trennen sich erstmal unsere Wege, denn ich hab ja meine Reservierung. Das Restaurant ist so klein, das die Akustik grauenhaft ist, laut vor allem. Nur 3 Plätze sind noch leer. Das Essen wird übrigens frisch zubereitet, also vor unseren Augen, denn man hat eine große Glasscheibe zur „Küche“ und kann den koch beim zubereiten zusehen.
Anschließend ziehe ich mich um. Immerhin bin ich ja nun zum Geburtstagsreinfeiern eingeladen. Wir starten heute mal mit dem 2. Glas Rosé, dann einem Vodka Orange und dann mit Aperol Spritz. Wir sind so gut positioniert, dass wir die etwas oberhalb gelegene Tanzfläche sehen können und wie all die künstlichen Hüften im Walzer, Disco Fox und „ich zapple mir einen ab“-Tanzstil zu Vicky Leandros, Roland Kaiser, Helene Fischer, Strauß und co. Tanzen. Ein Bild für die Götter, fehlt nur noch die Rentnerpolonese. Der DJ ist voll in seinem Element, die Songs der 50-er und 90-er, ausnahmslos Schlager und was soll ich sagen, meine Mädels sind Textsicher, während ich lächelnd und am Alkohol nippend auf 0:00 Uhr warte 😊 Es ist schon sehr lustig, vor allem als sich eine wesentlich jüngere Dame von ihrem nicht tanzen wollendem Mann entfernt und an deinen anderen Tisch setzt. Dann ist sie plötzlich für über 1 h verschwunden. Kam etwas zerzaust wieder an :D Nein ich möchte dieses Kopfkino nicht vollenden. Und dann noch der mit dem viel zu engem Hemd, der plötzlich zu Macarena anfing zu tanzen, seine Hüften schienen das auszuhalten, nur sein Hemd nicht, das war dann doch zu eng und platze auf :D Ich geb dann noch die Story mit Brigitte von der letzten Flussfahr zum besten worauf Monika sagt „i mach des nich, koine anscht :D“ und oute mich dann auch gleich als „ich schwimm am deren Ufer“, nicht das die Männer noch denken ich nehme ihnen ihre Frauen weg, denn die beiden Mädels haben schon nach meiner Telefonnummer und Insta gefragt :D und Bernd meinte „krigscht du immer alle Telefonnummern? Die Mädels wolle alle deine Nummer“ :D
Ich sags Euch, je oller desto doller.
Kurz vor Mitternacht hol ich denn den Gugelhupf in der Weihnachtsmarkttüte. Monika weiß nix von ihrem Glück. Und um Mitternacht gibt’s dann Sekt. Der DJ bringt Happy Birthday, der Kellner singt Monika ist glücklich und macht Riesenaugen, als ich den kleinen, wirklich Minikleinen Gugelhopf mit den Worten präsentiere: „ich hab nen Kuchen für dich“ 😊 Und Monika ist so überglücklich. Es sind die kleinen Dinge die Frauen glücklich machen.
Das Schiff ist völlig verlassen, alle schlafen schon und wir gehen nun auch zur Ruh.
Morgen setz ich mich mal hin und schreib all die Berichte, sonst denkt ihr noch ich bin über Bord gegangen.
Gute Nacht.
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