Sonntag, 12. Oktober 2025
Paris - auf den Spuren von 2007
Nach den zwei Schiffstouren Anfang und Mitte des Jahres, kommt nun eine Bahn Tour quer durch Deutschland und Frankreich bis nach Paris. Eigentlich zu dritt, aber wer kennt das nicht?! Der Urlaub steht bevor und man freut sich riesig, doch dann schlägt das Schicksal zu und sag: "Nachdem du nun monatelang durchgearbeitet hast, kann ich nicht mehr und ich lege dich flach!" So ergeht es leider unserer Mitreisenden Manu. Diana und ich machen uns daher allein auf die Reise von Leipzig nach Berlin und weiter nach Paris. Ja wir sind ein wenig Risikofreudig und fahren Bahn.
Bevor unsere Reise beginnt, muss ich noch einen Abend vorher mir einen neuen Koffer besorgen. Ihr wisst doch, ich halte nichts von Reisetaschen und ich bin auf alle Eventualitäten lieber vorbereitet und nehme daher lieber mehr Sachen mit, als ich dann am Ende brauche. Man will ja in Frankreich einen guten Eindruck hinterlassen. :) Da sich die Rollen meines alten Koffers auflösen und er dadurch seinen Platz an meiner Seite beim Reisen verloren hat, muss halt ein neuer her. Und was soll ich sagen, der neue hat die gleiche Größe, aber irgendwie passt viel mehr rein. Dann kann ich doch noch paar Sachen zupacken, die ich eigentlich dalassen wollte.
Sonntag früh ist es dann so weit. Diana und ich treffen uns im HBF Leipzig am Gleis 10. Ich noch schnell zu Starbucks für einen Kaffee und eine heiße Schokolade. Ich bin wie immer völlig überfordert von den ganzen Sachen, die man da bestellen kann. Also stelle ich mich ganz dumm und sage: „habt ihr auch einen ganz einfachen Latte Macchiato, eine heiße Schoki und zwei Croissants bitte?“ Erstaunlich, aber ja das gibt’s da zwischen der Latte mit Soja Macha Kürbis Gedöns auch. Unser Zug steht schon am Gleis 10 und unsere Sitzplätze sein besetzt. Aber ich bitte die Dame höflichst diese frei zu geben: „Wo erkennt man denn, dass die reserviert sind?“ An der Anzeige überm Sitz??? Aufgrund der Baustelle zwischen Leipzig und Berlin, fahren wir nun über Halle und Magdeburg, das dauert nun 3h statt 1 1/2h. In Berlin kommen wir, man staune das die Deutsche Bahn es schafft, pünktlich an. Hier muss ich kurz noch in die Apotheke: „Also immer wenn ich Bier trinke hab ich dann die Kohlensäure im Magen und das tut weh, ich brauch was dagegen.“ So die Dame vor mir. Die Apothekerin schaut sie an, man kann förmlich die Fragezeichen in ihrem Gesicht erkennen und den Satz, den sie gern aussprechen wollen würde, „dann trink halt kein Bier“. Da die Apothekerin mit einem solchen Problem wohl noch nie konfrontiert wurde, muss sie Rücksprache halten. Als sie wieder kommt, gibt sie der Kundin eine Packung Tabletten und sagt ihr sie möge diese vor der Mahlzeit nehmen und zerkauen. Man kann der Kundin ganz genau ansehen, dass ihr das nicht passt. Der Gesichtsausdruck spiegelt Unverständnis, Unglaubwürdigkeit und was soll ich denn mit dem scheiß, wieder.
11:54 kommt unser Zug natürlich nicht auf den vorgesehenem Gleis, dafür aber auf dem gegenüber. Unsere Plätze in der 1. Klasse, ja wie gönnen uns das mal und so teuer wars nicht, sind ganz bequem. Man kann sogar Online Essen zum Platz bestellen. 8h wird die Fahrt dauern.
Das Essen bestellen fällt schnell flach, denn nach ca. 2h ist alles schon ausverkauft. Da stellt sich mir die Frage, ob die DB nur 50 Essen mitnimmt für, keine Ahnung, 400 Reisende. Aber immerhin gibt’s noch was zu trinken. Verdursten müssen wir also nicht. Die 1. Klasse ist heute übervoll und scheint auch nicht mehr das zu sein, was sie mal war. Heute kann so gut wie jeder sich ein derartiges Ticket leisten. Die Sitze sind hart, aber man hat genug Platz. Mit Musik in den Ohren, Geräuschunterdrückung an, schlummere ich nach einer weile weg. Plötzlich ein „GRUNZ“, ich bin hellwach. War ich das? Hab ich geschnarcht? Diana lacht, also war ich das. Wie peinlich. Aber was soll man auch 8h im Zug machen. Das WLAN ist wie immer langsam, die Verbindung in Netz schwankt von träum weiter bis du kannst mich mal. Also bleibt nur Musik und weiter schlummern ohne Schnarchen.
Die Sonne geht langsam unter und die dicke Wolkendecke ist einem blauen Himmel gewichen. Mit dem Blick in die untergehende Sonne, schlaf ich schon wieder ein. Zack dunkel und als nächstes kommt die Durchsage, dass sich unsere Ankunft auf bislang unbestimmte Zeit verzögern wird. Irgendwo auf der Strecke vor uns gab es wohl einen Personenschaden. Gegen 20:30 sind wir dann endlich da.
Was fällt in Paris als erstes auf? Es stinkt, und zwar nach Urin. Entweder sind die Franzosen inkontinent, oder unbeherrscht, was das Urinieren in der freien Wildbahn angeht. Bis zum Hotel sind es 2 km das läuft sich recht schnell. Hinter der Rezeption sitzt ein süßer Franzose 😊 Sehr freundlich und er spricht sogar englisch. Die Franzosen haben es ja nicht so mit anderen Sprachen, aber er ist das eine Ausnahme. Unsere Zimmer sind klein, wirklich klein. Und das Bad ist winzig, aber alles sauber und modern.
Nach einer kurzen Verschnaufpause möchte ich noch Sacre Coeur sehen, das ist nämlich gleich um die Ecke. Was ich allerdings vergessen habe, sind die vielen Stufen nach oben. Aber, wir haben den ganzen Tag gesessen, also tut das jetzt ganz gut mal zu laufen.
Am Himmel kann man das Leuchtfeuer vom Eifelturm sehen, ihn selber jedoch nicht so ganz, nur ein Teil der Spitze. Dann geht’s auch schon wieder zurück ins Hotel. Wir sind einfach zu müde. Auch wenn wir eigentlich nichts getan haben. Morgen geht es um 10 in den Louvre.
Bis dahin
Gute Nacht.
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